Betrug im Namen der Polizei - Vorsicht vor Trickbetrügern

In den letzten Jahren haben kriminelle Banden vermehrt ältere Menschen als Opfer ins Visier genommen. Dabei geben sich die Trickbetrüger unter anderem als Polizeibeamte aus, um so Zugang zu Barvermögen und Wertsachen zu erhalten. Das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz rät daher zur Vorsicht und liefert Tipps, damit Sie Betrüger schon frühzeitig erkennen können.

Seit 2015 verzeichnet das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz eine wachsende Tendenz der Fälle und Schäden. Schon jetzt im August zählt das LKA im Landesgebiet mehr als doppelt so viele Fälle im Vergleich zum Vorjahr und auch die aktuelle Schadenssumme liegt bereits deutlich darüber. Allein in Worms gab es innerhalb der letzten 48 Stunden bereits mindestens 25 gemeldete Fälle.

Die Vorgehensweise der Trickbetrüger ist dabei bundesweit immer die gleiche: Die erste Kontaktaufnahme verläuft meist über das Telefon. Beim Anruf erscheint auf dem Telefondisplay eine gefälschte Telefonnummer - oft zusammen mit der 110 - und am Apparat meldet sich ein vermeintlicher Polizeibeamter, der sich nach der sicheren Aufbewahrung der Wertgegenstände des Opfers erkundigt. Oftmals nennt er als Grund für den Anruf einen Einbruch in der Nachbarschaft, weshalb nun auch die Wertgegenstände des Betroffenen nicht mehr sicher seien. Er bietet an, dass ein Polizist in Zivil vorbeikommen werde, um die Wertsachen aufzubewahren bis die Gefahr vorüber sei.

Doch nicht nur auf die Sachgegenstände, auch auf die Konten und Bankdepots ihrer Opfer haben es die Trickbetrüger abgesehen. Unter dem Hinweis, die Bankmitarbeiter seien korrupt, sollen die Angerufenen ihre Konten und Bankdepots leeren und dem falschen Polizeibeamten übergeben. Da die Täter überaus vertrauenserweckend und rhetorisch geschickt auftreten, fällt es den Geschädigten oft sehr schwer die Betrügermasche zu durchschauen. Reagiert ein Opfer dann doch einmal misstrauisch, wird es unter Druck gesetzt, indem ihm der Vorwurf gemacht wird, es behindere eine polizeiliche Ermittlung, wenn es nicht kooperiere sowie sich zu absoluter Verschwiegenheit verpflichte.

Wichtige Hinweise und Tipps des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz:

  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten oder nach Passwörtern fragen.
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotruf-Nummer 110 an. Das tun nur Betrüger. Sind Sie sich unsicher, wählen Sie die Nummer 110. Benutzen Sie dabei aber nicht die Rückruftaste, da Sie sonst möglicherweise wieder bei den Betrügern landen, sondern wählen Sie die Nummer selber. Sie können sich aber auch an das örtliche Polizeirevier wenden.
  • Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen.
  • Deponieren Sie weder Geld noch Wertsachen auf Grund einer Anweisung des angeblichen Polizeibeamten vor dem Haus oder der Wohnung.
  • Polizeibeamte in Zivil sind verpflichtet, sich auszuweisen.
  • Zeigen Sie Fremden nie Ihr Bargeld und machen Sie auch keine Angaben zu sonstigen Wertsachen.
  • Wehren Sie sich gegen zudringliche Besucher notfalls auch energisch, indem Sie laut sprechen oder um Hilfe rufen.
  • Klären Sie lebensältere Familienangehörige, Nachbarn und Bekannte auf.

Glauben Sie Opfer eines Betrugs geworden zu sein? Wenden Sie sich sofort an die örtliche Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.

Weitere Informationen zum Thema "Falscher Polizeibeamter" finden Sie hier